#AlexanderKluge
galt als einer der bedeutendsten Intellektuellen der #Bundesrepublik,
weil er über Jahrzehnte hinweg Film, Literatur, #Theorie und
Medien auf ungewöhnliche Weise miteinander verbunden hat. Nun ist der
Filmemacher, Fernsehproduzent, Schriftsteller, Drehbuchautor, bildende
Künstler, Rechtsanwalt und Unternehmer im Alter von 94 Jahren in München
verstorben.
❎ Kluge gehörte zu jener Generation von Denkern, die nach dem Zweiten Weltkrieg
versuchten, Kultur und Öffentlichkeit in Deutschland neu zu gestalten. Eine
wichtige Rolle spielte Kluge zunächst im Kino. Er war einer der zentralen
Initiatoren des Oberhausener Manifest, das Anfang der 1960er Jahre erklärte,
der alte deutsche Film sei erschöpft und müsse erneuert werden. Daraus
entwickelte sich der Neuer Deutscher Film, eine Bewegung, die das deutsche Kino
international wieder sichtbar machte und stärker politisch, persönlich und experimentell
ausrichtete. Für Kluge, der bei #FritzLang
volontierte, war Film nicht nur Unterhaltung, sondern ein Mittel,
gesellschaftliche Erfahrungen sichtbar zu machen.
❎ Parallel dazu arbeitete er intensiv als Autor, Literat und Denker. Besonders
prägend war seine Zusammenarbeit mit dem Sozialphilosophen Oskar Negt.
Gemeinsam entwickelten sie Ideen über Öffentlichkeit, #Demokratie
und sogenannte Gegenöffentlichkeiten – also Räume, in denen die Erfahrungen
gewöhnlicher Menschen eine Stimme bekommen. Diese Überlegungen wurden zu
wichtigen Beiträgen zur politischen Theorie der Bundesrepublik und
beeinflussten Debatten über Medien, Gesellschaft und Macht
Kommentare
Kommentar veröffentlichen